Quasi-Freitag

Vor dem Feiertag in Baden-Württemberg war wenig los – vermutlich wird das heute Abend bei der Heimfahrt etwas anders sein. Jedenfalls habe ich heute morgen unter einer Stunde gebraucht, auch wenn ich selbst für meine doch eher stressvermeidende Fahrweise eher gemütlich unterwegs war, öfter mal einem LKW etwas länger hinterher gefahren bin, statt ihn zu überholen.

Aber noch mehr war heute morgen auf der Straße: Nebel und tief stehende Sonne. Ohne meine Sonnenbrille aus dem Haus zu gehen, wäre eine schlechte Idee gewesen. Die Sonne schien mir gerade zwischen Karlsruher Dreieck und Pforzheim zielstrebig unter der Sonnenblende durch in die Augen. Und so war die Sonnenbrille echt ein Segen. Ein wunderhübscher Herbsttag verspricht das heute zu werden – farbige Blätter, blauer Himmel, wenn der Nebel weg ist.

Und noch eine gute Nachricht: Es gibt ja die gewaltige Baustelle zwischen Karlsbad und Pforzheim West, wo aus der vorsintflutlichen A8 eine richtige Autobahn mit glatter Oberfläche, maximal 4% Steigung und – dem Verkehrsaufkommen angemessen – jeweils drei Richtungsfahrstreifen gemacht wird. Die Erdbewegungen hier sind mehr als beeindruckend, eine Brücke nimmt einige Tiefe aus der Senke bei Nöttingen, aus der Strecke zwischen besagter Senke und Karlsbad wird etliches an Steigung heraus genommen, in dem ein Hügel durchgegraben wird und ein Damm zur Brücke hin aufgeschüttet – eine wahnsinnige Baustelle, die auch gewaltig groß ist und den Verkehr, so lange sie währt, entsprechend stark stört. Durch die gewaltigen Erdbewegungen und Aufschüttungen können Teile der neuen Strecke natürlich erst gebaut werden, wenn die alte Strecke weg ist – also müssen Teile der neuen Strecke gebaut werden, und von diesen eine Überleitung auf die weiter benutzbaren Teile der alten. Und genau auf dieser Überleitung habe ich heute morgen im Rückspiegel das erste Mal gelbe Baustellen-Fahrbahn-Markierungen gesehen! Demnächst dürfte also der Verkehr in je zwei Richtungsfahrstreifen über die südliche Hälfte der neuen Autobahn laufen! Das ist klasse!

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Was kreischt denn da?

Heute auf dem Hinweg gab es wieder mal ein Phantom – ein angeblich brennendes Auto. Meine Staumelder-App verkündete dieses ab 7:26, bei SWR3 wurde es halb zehn wieder gemeldet – seltsamerweise sollte besagtes brennendes Fahrzeug zwischen Karlsbad und Pforzheim West stehen. Und da bin ich zwischen acht und neun im Stau gestanden – nur von einem brennenden Fahrzeug war nichts zu sehen – zum Glück! Erstens für die Leute und zweitens für mich, die ich das nicht sehen wollte. Natürlich kann es sein, dass zwei Unfälle mit brennenden Autos geschehen sind – einer vor meinem Passieren der Stelle, und dann bereits wieder beseitigt, und einer nach mir. Aber ich hoffe mal, dass dem nicht so war.

Nun aber zu dem, was kreischt. Der Rückweg führt mich ja vom Stuttgarter Kreuz hinunter zum Leonberger Dreieck, und dort fuhr ich heute mit einer Kollegin, die ebenfalls in der Nähe von Karlsruhe lebt und am selben Institut arbeitet wie ich. Und plötzlich war da ein Geräusch, das mich beunruhigte. Stets, wenn ich bremste. Meine Kollegin schaute auch schon ganz kariert, habe ich den Eindruck, fragte sich, was das für ein Geräusch sei. Als vorsichtige Person galt mein Misstrauen natürlich der Wartung meines Autos und ich fragte mich – und schon kreischte es wieder! Und zwar erbärmlich, wie Metall auf Metall, sehr unangenehmes Geräusch, sowohl vom Ton als auch von den Implikationen … und wieder kreischte es, während ich versuchte, mir nicht vorzustellen, was eine solch mutwillige Zerstörung von Bremsscheiben und restlicher Bremsanlage kosten würde – und vor allem wie unsicher mein Auto sein würde, wenn die Bremsen so klingen … und WIEDER kreischte es, und zwar schon knapp vor meinem Tritt auf die Bremse. Nun habe ich mich von der Illusion verabschiedet, dass meine Sinneswahrnehmungen immer exakt synchronisiert ankommen – oft hält man etwas für eine Vorahnung, doch der andere Sinn, der einem dann bestätigt, dass das Geahnte eintritt, war nur einfach langsam. Klingt, als wäre ich verrückt oder nicht verkehrstüchtig? Mag sein – doch wer hat noch nie etwas Gesprochenes erst verstanden, nach dem er schon „Wie bitte?“ gesagt hatte?

Jedenfalls war des Rätsels Lösung: Ein Tanklastwagen mit französischem Kennzeichen, der so erbärmlich kreischte beim Bremsen, dass ich sehr froh war, als ich an ihm vorbei war – wenn der stehen bleibt oder schlimmeres, dann wenigstens hinter und nicht vor mir – so egoistisch bin ich dann doch.

Der Phantom-Stau

Heute war es mal nur der schon fast übliche Wahnsinn – chaotisches Einfädeln mit etwas Rückstau an der noch bestehenden Restbaustelle zwischen dem Karlsruher Dreieck und Karlsbad, erneut chaotisches Einfädeln mit etwas Rückstau am Beginn der Baustelle zwischen Karlsbad und Pforzheim West … aber nichts Größeres, im Endeffekt sogar nur gut eine Stunde unterwegs auf dem Hinweg … aber …

Es gab einen Phantom-Stau!

Wie es mir schon fast zum Reflex geworden ist, rief ich im Rückstau vom Einfädeln in der Steigung hoch nach Karlsbad meine Stau-App auf. Die A8 tauchte dreimal auf – zweimal betraf mich nicht, aber dann waren da 13 Kilometer – ganze 13 Kilometer! gemeldet, und zwar zwischen Karlsbad und Pforzheim West. Mir graute schon – die Strecke zwischen den beiden Anschlussstellen ist kaum viel länger als besagte 13 Kilometer! Und Alternativen – B10 Fahren, wenn auf der A8 Stau ist, das ist kein Spaß, und über die Dörfer auf der anderen Seite ist auch von Kreiselrückstau zu Kreiselrückstau ein bisschen fahren, und dann wieder stehen … ich dachte mir schon: Oh herrjemine! Meinen Termin um 9:00 auf der Arbeit kann ich gleich vergessen, obwohl ich um 7:20 los gefahren war … 

Aber dann erreichte ich die Anschlusstelle Karlsbad, und nach dem Einfädelstau lief’s mit sechzig bis siebzig Sachen weiter. Nach dem obligatorischen Blick in die Baugrube runter – Haben sie endlich Asphalt drüber gezogen? Darf ich bald die weniger steigungsbehaftete Route fahren und sie fangen mit dem Bau der anderen Spur an? – war immer noch kein Stau. Oh, ist vielleicht im wieder dreispurigen Teil kurz vor Pforzheim West was passiert? So dachte ich und rollte mit lässigen Achtzig weiter, bis wieder auf Sechzig begrenzt wurde, aber auch hier ging es einfach weiter. Klar, in der Senke stockte es wieder – es ist ja auch niemandem zuzumuten, durch eine Senke mit halbwegs gleich bleibender Geschwindigkeit durchzufahren oder gar rechtzeitig zu schalten – aber Stau? Nein. Wo sollten also die 13 Kilometer sein? Tja. Ich habe besagte 13 Kilometer auf meiner gesamten Fahrt durch die Baustelle nicht gefunden und auch danach nicht. Ein nicht dramatisch langer Stau auf der anderen Seite war da, aber die A8 lief – so wie sie meistens läuft: Ein bisschen zäh, ein bisschen bestimmt durch irgendwelche netten Leute, die nach dem Motto „Jeder Abstand wird rücksichtslos zugefahren!“ immer mal wieder einen halben Meter vor dem Vordermann merken, dass der Vordermann steht – und den ganzen Verkehr mit ihrer Vollbremsung aufhalten … aber 13 Kilometer Stau? Nein – zum Glück!

Begeistert über den Phantomcharakter des Staus hatte ich noch einmal Sorge, weil am Leonberger Dreieck Polizei mit Blaulicht in den Verkehr einfädelte, aber auch hier: Keine Einschränkungen, die über das Übliche hinausgingen.

Auch die Rückfahrt war im Verhältnis ein Genuss, alles lief gut, und nichtmal die übliche Ignoranz des LKW-Überholverbots auf der Steige vom Enztal bei Pforzheim Ost hinauf nach Pforzheim Nord trat heute ein.

Und zuhause erwartete mich bereits – gar kein Phantom! – meine neue Maoci-Matcha-Schale, die ich heute Abend gleich ausprobieren werde!

Drei Kilometer von Dummheit bis Gefahr

Was verursacht einen Stau? Unfälle? Verengung von vielen auf weniger Spuren? Sperrungen? Sicher. Heute war allerdings zu beobachten, dass simple Abweichung vom Trott schon ausreicht. Am Leonberger Dreieck, angefahren vom Kreuz Stuttgart aus, führen drei Spuren den Berg hinunter. Die Rechte wird etwa zwei Kilometer vor dem Dreieck als Abfahrt nach Leonberg Ost und auf die A81 Richtung Heilbronn deklariert, etwas später wird rechts eine zusätzliche Spur nach Heilbronn hinzugefügt, so dass etwa einen Kilometer weit vier Spuren parallel führen – die Linken zwei gen Karlsruhe, die anderen beiden Richtung Heilbronn. Heute waren die ersten 500m der ganz rechten Spur gesperrt – alles wie immer also, nur halt nur 500m statt ein Kilometer zum Sortieren des Verkehrs. Sollte kein Problem sein? Es staute sich bis zum Stuttgarter Kreuz zurück!

Leider gibt’s von der Heimfahrt noch etwas, das kein Kopfschüttler, sondern eher ein zusammenzucken darstellt, zu berichten. Zwischen Leonberg West und Pforzheim brannte auf der Gegenfahrbahn ein Auto. Das Gaffen hielt sich zum Glück in Grenzen, denn ich will, wenn ich über Mittelleitplanke und zwei Fahrspuren hinweg schon nicht helfen kann, so schnell es geht dran vorbei – es reicht, Dinge zu sehen, die Albträume machen, wenn man Ersthelfer oder Absicherung macht …

Dummheit und Gefahr liegen auf der Straße oft nah beieinander – manchmal sogar noch viel näher als diese vier oder fünf Kilometer.

Glücksklee

Wer kennt sie nicht? Die klassisch-deutsche Form des Autobahnkreuzes: Das Kleeblatt.

Ein Kleeblatt in Reinkultur leitet ja den potentiell die Richtung wechselnden Verkehr auf eine Parallelfahrbahn um, von welcher dann zwei Rampen abgehen: Eine erste in Form eines meist eingedellten Viertelkreises, welche einen Richtungswechsel um ungefähr 90° im Uhrzeigersinn auf die kreuzende Autobahn erlaubt – also quasi recht abbiegen, und eine zweite in Form eines Dreiviertelkreises, welche einen Richtungswechsel um ungefähr 270° im Uhrzeigersinn erlaubt – quasi links abbiegen. Das bietet mehrere Vorteile: Der Verkehr auf den Richtung haltenden Fahrbahnen wird nur mit einer Aus- und einer Einfahrt gestört, man kann auf diesen Kreuzen recht einfach wenden, in dem man zweimal nach Autobahnkreuzmanier links abbiegt.

Warum nun heute Morgen etwas zum Autobahnkreuz, wo doch, wie der geneigte Leser fragen mag, gar kein echtes, vollständiges Kleeblatt mehr auf meiner Route liegt? Nun ja. Mindestens aus Richtung Westen und Norden verhält sich das Stuttgarter Kreuz als Kleeblatt. Mein Eindruck ist, dass ein Kleeblatt um so besser funktioniert, je ähnlicher der Umfang der wechselnden Verkehrsströme ist. Am Stuttgarter Kreuz aus Richtung Westen lässt die Zahl der Spuren eine gewissen Unterschiedlichkeit der Verkehrsströme vermuten: Von vier Spuren aus Richtung Karlsruhe (und Heilbronn, die A81 ist ja nur eine Anschlussstelle vorher eingemischt worden) bleiben drei der Richtung gen München treu, die rechte Spur dagegen gabelt sich zu zwei Abbiegespuren: Die linke gabelt sich nach Kleeblattmanier in Richtung A831 nach Stuttgart hinein und A81 Richtung Singen, die rechte fängt den immensen zusätzlichen Verkehr Richtung Singen ab und führt ihn nur auf die A81.

So weit, so gut, doch nun die Frage: Was geschieht bei nur einer Ausfädelspur oder nur einem Bündel Ausfädelspuren für beide abzweigenden Richtungen, wenn in einer Richtung Stau ist? Genau: Rückstau, der alle Abbieger betrifft, ob ihre Strecke nun frei ist oder nicht. Genau das geschah heute morgen und wurde mir auf zweifelhafte Weise vom Frühstückstee versüßt, der mich nervös machte – im Klartext: Ich musste auf Toilette und fand den Stau deswegen noch ein Stück unwitziger als ohnehin schon. Man mag sagen: Pech gehabt. Leider bietet das Kleeblatt noch einen weiteren Nachteil, der heute Morgen zwar nicht zuschlug, den ich aber oft schon erlebt habe. Gibt es einen Stau in Hauptrichtung, so kommen da diverse „Schlaule“, wie man hier sagt, und wollen ein Stück Stau auf der Parallelfahrbahn umfahren. Natürlich ist es schwer, wieder flüssig in den Stau aufzufahren, wenn die Parallelfahrbahn zu Ende ist – und so Verstopfen diese „Schlaule“ denen, die einfach nur abfahren wollen, diese Möglichkeit.

Bei aller Freude über die Wendemöglichkeit und die adrette, optisch ansprechende Form des Kleeblatts – manchmal wünsche ich mir, dass am Stuttgarter Kreuz das Abfahren Richtung Singen und Richtung Stuttgart in getrennten Aufädelspuren realisiert ist.

Des Reißverschluss‘ Weisheitszähne

Zähne, nichts als Zähne. Überall soll man sich mit den Dingern befassen, Weisheitszähne ziehen lassen, Karies vermeiden …
Und dann auch noch im Verkehr! Seid wie Zähne, sagt man uns, stellt Euch auf Lücke und bildet ein nett anzusehendes Gebiss, bei dem hübsch ein Zahn unter der Lücke zwischen zweien oben gegenüber steht. Das nennt sich dann Reißverschluss. Gewagte Metapher für ein anspruchsvolles kollektives Manöver an so unüberlegten Straßenbausünden wie Auffahrten, Einfädelspuren oder gar der Reduktion der Zahl der Fahrstreifen! Skandal! Wie kann man sowas bauen?
Nun, meines Wissens sagt das Regelwerk, man passe seine Geschwindigkeit so gut es geht dem Verkehr der Zielspur an, suche sich eine Lücke, die sich ja dann, welch herrlicher Zufall, so schnell bewegt wie man selbst, und fahre knapp vor Ende der endenden Spur in besagte Lücke. Klingt gut? Leider ist das nicht jedem bekannt.
Bleiben wir bei der Metapher des Reißverschlusses: funktioniert so ein Teil, wenn man zwei Zähne in eine Lücke packen will? Oder eine auslassen will? Das Ergebnis dürfen wir oft an Taschen, Hosenläden und so weiter bewundern. Und auf der Straße ist’s ähnlich. Dazu kommt: rase ich auf der von den Weisheitszähnen des Verkehrs befreiten Einfädelspur zu deren Ende, gibt es keine Lücke – erstens stecken da unsere bereits gewechselten Freunde drin und zweitens bin ich beim vor Rasen zu schnell, nach der Vollbremsung am Ende zu langsam, die Lücke zu nutzen. Ergebnis sind Staus wie die zwei Kilometer am Stuttgarter Kreuz, die zwei Kilometer vor dem Rasthof Pforzheim und die fünf Kilometer nach Pforzheim West, heute.
Wäre der etwas verwirrte Italiener, der auf der Einfädelspur in Vaihingen von Sechzig runter vollbremste, um nach zehn Sekunden mit quietschenden Reifen wieder zu starten, und der Mercedes-Laster, der auf dem Anstieg nach Pforzheim Nord und dann wieder in der Baustelle bei Karlsbad beharrlich das LKW-Überholverbot ignorierte, die Weisheitszähne des Verkehrs wären mein einziges Ärgernis geblieben.

Vom Schulterblick …

Geschehen: Heute morgen auf der A8, zwischen Leonberg und dem Stuttgarter Kreuz – dort führen vier Fahrstreifen nach Osten, den Berg hinauf Richtung Stuttgart, zwei davon kommen von der A81 aus Richtung Heilbronn, zwei weitere von der A8 Richtung Karlsruhe. Über diese Anordnung lässt sich viel wenig Schmeichelhaftes sagen, aber darauf will ich gerade gar nicht hinaus. Auf dem ganz linken Fahrstreifen fuhr ein Minivan, und der driftete langsam Richtung eine Spur nach rechts, während dort jemand neben ihm fuhr. Ich gestehe ein, als ich es gesehen habe, war ich erstmal zu perplex, zu „OH JE, BITTE NICHT – und erst recht nicht direkt vor mir!“, um mit Lichthupe zu versuchen, die beiden Fahrer aufmerksam zu machen. Es fehlten vielleicht 50, vielleicht 20 Zentimeter auf einen Zusammenstoß, da merkte der Fahrer ganz links offenbar was und zog so rasch wieder nach links, dass das Auto fast einen Seitwärtssatz zu machen schien.

Ich bin nicht so vermessen zu behaupten, dass mir sowas noch nie passiert ist – sowohl als die Person, die fast in ein anderes Fahrzeug hinein Spurwechseln wollte als auch als das „Opfer“ des Ganzen. Passiert ist zum Glück noch nie etwas – aber diese Praxis hat mich den Schulterblick gelehrt, vor allem an so fiesen Stellen wie dem „Dreieck Johannesgraben“, wo die A831/B14 (vom Stuttgarter Kreuz zum Schattenring und umgekehrt) mit der Straße von Möhringen her zusammengeführt wird. Situation hier: Man kommt vom Kreuz Richtung Schattenring aus dem Tunnel, fährt leicht den Berg hoch und aus recht ordentlichem Höhenunterschied heraus schleicht sich eine Einfädelspur von Möhringen her regelrecht an. Dumm nur, dass diese Einfädelspur zur rechten Spur wird und ich jeden Morgen in diese Spur nicht nur einfädeln, sondern sie auch queren muss, einige hundert Meter weiter geht rechts meine Ausfahrt zur Universität ab. Besonders gemein ist: Auf der Strecke kurz nach dem Tunnel steht ein stationärer Blitzer, hier sind Sechzig erlaubt. Und das fahren dann auch alle – im Berufsverkehr könnte man die Sechzig kaum überschreiten, selbst wenn man wollte. Auf der Einfädelspur sind auch Sechzig erlaubt, wenn ich es recht weiß – nur ist da kein stationärer Blitzer. Was bin ich teils schon erschrocken, wenn ich kurz nach rechts geschaut habe, niemand da, und dann wollte ich rüber – und durch den Höhenunterschied und das höhere Tempo war für mich sehr plötzlich ein anderes Fahrzeug im toten Winkel aufgetaucht, rechts neben mir … Der Schulterblick wird ja doch gelegentlich von Fahrschülern und auch anderen Fahrern ein bisschen als Fahrschulmarotte belächelt, habe ich den Eindruck, aber in solchen Situationen wird ganz besonders augenfällig, warum er sehr wichtig ist!

Moral von der Geschicht: Im toten Winkel siehst Du’s nicht …